Oktober 2016

Tag 1 | 22.10.2016

Heute geht es los! Der Wetterbericht verspricht trockenes Wetter und ich habe ohne Voranmeldung heute morgen noch einen Autoanhänger beim örtlichen Landmaschinenhändler ergattert. Ich nehme das als gutes Omen. Also ab in die Scheune und den Kübel ausgraben. Ohje, natürlich steht er hinter einer Wand aus Autos, Wohnwagen und Gerümpel. Was sich halt so ansammelt. Aber nach nicht mal 2 Stunden kann die Verladung in Angriff genommen werden. Die Kurbel der Winde hatte zwar keine selbsttätige Blockierung aber den Mutigen gehört die Welt!

Nachdem er sicher auf dem Anhänger verzurrt war, führte der erste Weg zur Tankstelle um die platten Reifen aufzupumpen. Am liebsten wäre ich noch ein paar Stunden im Landkreis herumgegondelt und hätte den Leuten zugerufen: "Seht her, was für ein schönes Auto ich habe!" Denn die Blicke, die der Kübel schon auf dem Anhänger auf sich zog, waren absolut sehenswert. Was 15 Jahre doch ausmachen... Früher hat sich niemand auch nur einen feuchten Dreck gekümmert, wenn ich mit dem Ding rumgefahren bin. Außer den üblichen Verdächtigen, die in jedem Scheiß die dräuende faschistische Konterrevolution ausmachen. Aber: Der Käfer und der Anhänger mußten noch in die Scheune und langsam dämmerte es schon.

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Tag 2 | 23.10.2016

Begonnen hat der Tag mit Kübelausmisten. Es sammelt sich ja doch so manches an, im Laufe der Jahre. Am Ende war der improvisierte Tisch randvoll mit nützlichen und weniger nützlichen Dingen. Vieles war leicht angeschimmelt, aber nicht schlimm. Mehr als man nach 15 Jahren in diversen Scheunen erwarten darf. Dann war Badezeit. Heute soll es schön sonnig werden, die beste Gelegenheit das Verdeck zu säubern. Dann kann es noch schön trocknen, bevor es abgenommen und eingelagert wird.

Anschließend der Rundgang um das Fahrzeug. Die meisten Stellen außen waren mir schon bekannt, beispielsweise die Reparaturbleche an den Schwellern hinten oder das mit Dichtmasse zugepfuschte Rostloch im Schweller links. Neu waren die hochfaulende B-Säule rechts und das faustgroße Loch im Radkasten links. Das war allerdings auch nicht erst seit gestern da, vielleicht habe ich es auch nur verdrängt. Im Innenraum zieht sich eine faulige Linie über so gut wie die ganze Länge der Schweller. Und ich habe ein Reparaturblech hinten rechts entdeckt. War mir noch gar nicht aufgefallen, oder habe ich das eingesetzt? Man weiß es nicht.

Im Motorraum war aber Entwarnung. Sieht nicht so schlecht aus, ein wenig Rost links und allgemein etwas verwahrlost. Der Kofferraum ist allerdings anderer Schnack. Ich habe das Auto ja immer als Alltagswagen gehabt, außer im Winter aber in der Kälte konnte man in meiner damaligen Scheune nullkommanix machen. Deshalb sind die Reparaturen auch sehr zeitwertgerecht ausgeführt worden. Tankstutzen und Frontblech immer noch orange lackiert, die Farbe des Organspenders, der Rest mit Rallyeschwarz angepustet. Das Tankauflageblech ist noch vom Unfall krumm. Hier wartet also noch einiges an Arbeit auf mich. Mir ist außerdem aufgefallen, das die Tankentlüftung mitten im Kofferraum endet, war das etwa schon immer so?

Es hilft nichts, von unten muß auch noch geguckt werden. Das Grauen hält sich aber im erwarteten Rahmen. Die Wagenheberaufnahmen sind morsch und krumm (mal was anderes), die Sitzschienen drücken durch (links) und es gibt noch drei, vier Stellen die entweder stärker an- oder gleich durchgerostet sind. Hält sich aber alles im Rahmen, man bedenke: Fast 50 Jahre. Ich bedenke den Zustand der Schweller und fange schon mal an alle Schrauben mit Brunox einzuweichen. Das Häuschen nicht abzuheben kann ich mir wohl abschminken. Erst muß er aber ausgeräumt werden.

Ich fange mit dem Dach an. Das geht ja nun wirklich nicht schwer (im Gegensatz zum Käfer). Vier Schrauben und ein, zwei Dutzend Eisenhohlnieten, das war's. Dauert 20 Minuten, wenn man keine Fotos macht. Dann noch das Gestänge runter, weitere fünf Minuten. Nur die Befestigung des Gestänges an der C-Säule war mal wieder sehenswert: K-Scheiben und Blumendraht. Wenn das mal kein Fall von "Muß ich noch mal bei" war. Hat aber super gehalten!

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Tag 3 | 26.10.2016

Die Tage werden kürzer, aber es geht trotzdem weiter. Heute ist der Motor dran. Motorausbau beim Kübel geht noch einmal leichter als beim Käfer. Wenn man die Stoßstange abbaut kann man ihn schon fast nach hinten rausziehen. Und das ohne Aufbocken! Allerdings mußte ich die Auspufftöpfe abbauen. Zuerst hatte ich sie drangelassen, aber sie blieben in den Löchern der Stoßstange hängen. Die Scheißreprotöpfe haben ja keine abbaubaren Endrohre, die verpasse ich ihnen aber noch! Auf die Idee, die Stoßstange abzubauen bin ich leider erst gekommen als der Motor schon auf dem Boden Stand, lacht mich nur aus! Und noch den Innenraum ausgeräumt. Viel ist das ja bekanntlich nicht, deshalb war ich schnell damit fertig. War sogar noch Zeit, die Standheizung auszubauen. Und eine zweite Portion Rostlöser zu versprühen. Ich nehm' das Häuschen ja doch ab...

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Tag 4 | 27.10.2016

Heute habe ich so gut wie alle Anbauteile abgebaut und zum Einlagern in der Scheune vorbereitet. Also nicht nur Leuchten und Klappen abgebaut, sondern auch die Schlösser und Schließbügel entfernt. Dann noch die Scharniere und so Kleinkram abgeschraubt. Und die Standheizung demontiert. Und schon mal die Schrauben der Bodengruppe noch Mal eingeweicht. Mal sehen, wie sie sich rausdrehen lassen. Aber wenn die Hälfte nicht abreißt, bin ich's zufrieden. Man muß ab und zu auch mal realistisch sein... Ich habe bemerkt, das das Armaturenbrett in der Mitte nach oben gebogen ist. Wahrscheinlich noch eine Folge des Diebstahls mit anschließendem Ende im Drainagegraben. Der Falz an der Scheibe ist allerdings gerade, wahrscheinlich ist einer der Diebe beim Einschlag in den Graben dagegengestoßen. Hoffentlich hat sich der dämliche Troll das Knie dabei in winzigkleine Stückchen zerbröselt und muß noch heute deswegen humpeln! Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich das wieder hinbekomme, man kann schlecht draufschlagen und ziehen ist auch eher schwierig. Na, ich setze nochmal meine Denkkappe auf.

Vorher muß aber mein Angstgegner raus: der Kabelbaum. Ich wußte nicht wann der richtige Zeitpunkt dafür ist, vor oder nach dem Abheben. Ich habe einfach mal vorher angefangen. Zunächst der Vordere. Das ging einigermaßen gut, da ich beim Insten des Vorderwagens nicht mit Hohlraumversiegelung gespart habe waren die Hände anschließend allerdings dreckiger als jemals zuvor bei dem Projekt. Anschließend sollte die Kabelabdeckung im Fahrgastraum raus. Ohje, einen Millimeter über Bodenniveau und mit Blechschrauben angespaxt sowie diverse mal überpinselt. Vorne sah man schon den Blattrost... Aber: Knick, knack, alle Schrauben heile geblieben. Bei zweien mußte mit Brunox nachgeholfen werden, dann gaben sie auch auf. Darunter kam natürlich das erwartete nackte Grauen zum Vorschein. Anderes habe ich auch nicht erwartet, wie kann man das auch so dämlich konstruieren? 2 Zentimeter höher wäre wahrscheinlich nichts passiert, oder mindestens nicht so schlimm. Naja, fast 50 Jahre hinterlassen eben ihre Spuren. "Das war ja einfach!", dachte ich mir. Deshalb zum nächsten leichten Gegner, dem Heckkabelstrang. Denkste. Es ist eng, zu hoch um bequem dranzukommen, der Kabelstrang geht an der allerdümmsten Stelle in den Innenraum, die Kabelschellen wehren sich und überall kann man sich die Hände kaputtreißen. Das wäre also nach dem Abheben besser gegangen. Für heute war dann aber auch Schluß.

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Tag 5 | 28.10.2016

Ich habe mich trotzdem stur durch den Kabelbaum durchgenagt, einfache Lösungen sind was für Faulpelze! Als letztes muß der Kabelbaum nur noch aus dem Halter für die Lenksäule gefädelt werden. Ist aber nicht so schlimm, wenn man die Lenksäule absenkt. Und raus damit. Angesichts des grün floureszierenden Wassers, das beim rausnehmen aus dem Kabelbaum lief, sicher eine gute Idee (yuck!) An der Kabeldurchführung im Motorraum war die Dichtmasse ein wenig lose. Ich habe dran gezogen und hatte 25 Zentimeter in der Hand... Darunter sieht das Blech aber wie neu aus. Daß die Grundierung mit der Hand angeschliffen wurde, wie VW behauptet, stelle ich allerdings in Abrede. Das geschah wohl nur an gut erreichbaren Stellen...

Und, wie geil! Heute sind die bestellten Y-Kennzeichen angekommen. Die sehen richtig gut aus, ich freu' mich! Jetzt steht der vorerst größte Akt an: Das Häuschen abheben. Die Schrauben sind ja schon tagelang und mehrfach eingeweicht, kann ja gar nichts mehr schiefgehen. Einige Schrauben sind natürlich trotzdem nicht zu retten. Allerdings ist keine abgerissen, nur die Schweißmuttern sind abgefault. Hier das Ergebnis. Immerhin 23 von 34 sind rausgegangen, bummelige 68% würde sich jede Partei bei der Wahl wünschen, kein Grund undankbar zu sein.

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Tag 6 | 30.10.2016

Heute habe ich nur ein paar Verstrebungen für's Häuschen angefertigt. Ob und wie man das macht ist ja schon zur Genüge durchdiskutiert worden. Ich mache es so: Eine Strebe zwischen die B-Säulen. Die ist zwar nur mit Blechschrauben fest, soll aber auch nur die Säulen daran hindern, sich näherzukommen. Und je eine rechts und links. Hinten an den Schrauben des Schließhakens angeschraubt, ansonsten an den oberen Türscharnierpunkten. Zumindest das Abheben wäre auch ganz ohne gegangen. Aber ich will ihn ja auf den Kopf stellen, vielleicht mache ich dafür noch diagonale Streben rein. Das Häuschen ist allerdings durch die hohen Schweller stabiler als manche so denken.

Und ich habe aus Neugierde mal an zwei Stellen den Lack angeschliffen. Außen: Blech, KTL, Grundierung, oliv VW L314, gelboliv RAL6014, Grundierung, gelb, Grundierung, Bronzegrün RAL 6031. Innen: Blech, KTL, Grundierung, oliv VW L314, Grundierung, gelb, Grundierung, Bronzegrün RAL 6031. Fast noch im Erstlack!

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Tag 7 | 31.10.2016

Jetzt kommen die restlichen, nicht rausdrehbaren Schrauben raus. Mit dem Winkelschleifer eine Sache von dreißig Minuten, allerdings anstrengend. Und weil ich ja neuerdings Probleme erst anpacke, wenn sie sich stellen, beginne ich nun auch langsam darüber nachzudenken wie ich die Bodengruppe unter dem Häuschen wegbekomme. Erstmal anheben. Dank des großen Wagenhebers geht das ganz einfach, es passen auch schon Holzböcke drunter. Vorne das gleiche Spiel. Jetzt ist er 25 Zentimeter höhergelegt, fehlt nicht mehr viel. Allerdings muß das Fahrgestell nach vorn raus und der Platz in der Garage um die Böcke weit genug auseinanderzustellen reicht nicht. Hmmm. Bei genauerer Betrachtung stelle ich fest das man die Bodengruppe bereits jetzt zur Seite rausziehen könnte. Gesagt, getan. War zwar ein wenig Gebastel, hat aber funktioniert! Auf den schönen Erfolg mache ich gleich mal Feierabend für heute. Vorher aber noch die Schrauben an den Achsen einweichen, das sollte beim Auseinanderbauen helfen.

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Nächstes Kapitel: November 2016 >

Da steht er nach langer Zeit mal wieder auf dem Hof. Willkommen!

Noch mal von der Seite.

Und von hinten

Was man so alles hat...

Ach, Gottchen. Da wollte ich auch immer noch mal bei...

"Needs a little TLC"

Dach ab, Gestänge noch so mittelgut beieinander.

Ein paar Streben um mich selbst zu beruhigen.

Und hoch damit!

Und raus damit! Wenn man mehr Platz hat, nimmt man die Bodengruppe sicher besser nach vorn oder hinten raus.

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