März 2018

Tag 113 | 01.03.2018

Nach Feierabend bin ich erst einmal zum Lackhändler gefahren, einen RAL-Fächer an den Deckel der älteren Standheizung halten lassen und ein halbes Literchen Lack anmischen lassen. Ich werde nämlich das Gehäuse der orangen Heizung grau lackieren und sie so künstlich altern. Da sie läuft und die Andere erst einmal nicht, habe ich das mit mir als gangbare Alternative ausgemacht. Geworden ist es dann RAL 7021, schwarzgrau. Das kommt hin. Zuhause habe ich dann angefangen die Standheizung zu zerlegen. "How to dismantle an atomic bomb", ich hoffe, daß ist nicht eine jener Aktionen, die man anschließend bitter bereut. Aus einer tadellos funktionierenden Standheizung eine kaputte gemacht, so in der Art zweifel!.

Aber bevor ich wichtige Teile der Heizung zerstören konnte, hat mich Tim besucht und wir haben besprochen, was denn nun genau mit den Motorteilen gemacht wird. Ich habe nun eine eng beschriebene Liste im DIN-A4-Format die abgearbeitet werden will. Gut war, daß die meisten Teile noch in Ordnung sind.

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Tag 114 | 02.03.2018

Heute war mehr so ein Verwaltungstag. Ist auch mal wichtig. Ich habe den 31er Vergaser zu Guido Wensing(ext) geschickt, der überholt ihn mir. Der 34PICT-3 vom Kabrio war auch schon dort, der Mann ist weiterzuempfehlen. Der Vergaser sah super aus und lief aus dem Versandkarton heraus schon erstklassig. Und dann war ich mit dem eng bedruckten DIN-A4-Blatt bei Wagenteile(ext) und habe Teile für den Motor, die Standheizung und die Sitze bestellt. Das wird teuer, aber es hilft ja nix.

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Tag 115 | 03.03.2018

Jetzt wird die Standheizung zerlegt! Mir war etwas mulmig, zweifel! aber es nutzt nix, das habe ich mir jetzt in den Kopf gesetzt. Also erst einmal alles von allen Seiten fotografiert, im Zusammengebauten. Man macht zwar nie das Foto, welches einem später helfen würde – das ist ein Restaurierungs-Axiom – aber man kann es ja zumindest versuchen. Dann wurden alle elektrischen Bauteile abgeschraubt. Ich wollte das gesamte Ensemble in einem Stück abnehmen, das ging aber nicht. Nicht nur, weil ja auch Kabel zum Gebläse in die Heizung laufen. Auch ein Teil, welches ich für den Brennwächter halte, habe ich lieber einzeln entnommen. Ich war mir ziemlich sicher das Ding beim Versuch zu töten, es mitsamt dem Kabelsalat zu demontieren. Danach wurden dann alle Gummistulpen und Dichtungen aus dem Gehäuse gezogen und schon konnte ich es mit etwas aufbiegen abziehen. Das liest sich wieder mal recht kurz, war es eigentlich auch. 2 Stunden, bummelig.

Sodann knöpfte ich mir die Sitzgestelle vor. Sie sollen zum Pulverbeschichten. Aber ein wenig zerlegen sollte man sie schon, die Lehnenverstellung soll ja anschließend noch funktionieren. Hmm. Knopf aus Aludruckguß, Rohr aus Stahl. Und mit etwas verbunden, was ein Stahlkerbstift sein könnte. Die 50 Jahre dazugerechnet, die es zusammen war, ist es möglicherweise unlöslich zusammengefault. Ich hatte vor ein paar Tagen schon mal ein wenig geklopft, da rührte sich nichts. Allerdings habe ich da auch einen kleinen Schraubenzieher genommen. Heute versuche ich es mal mit einem passenden Durchtreiber. Und das funktioniert auch, zum Vorschein kommt…

Rückblende in das Jahr 1964, Volkswagen, Entwicklungsabteilung: Ingenieur 1: „Wie machen wir den Bedienknopf denn jetzt fest?“ Ingeneur 2: „Am Besten konstruieren wir ein Drehteil, dann kann man das schön festschrauben!“ Chefingenieur (kommt dazu): „MEEENSCH! Haut da einen Schraubnagel durch, das ist kein Mercedes!“

So stelle ich mir das vor, denn es ist tatsächlich angenagelt grinst breit. Hoffentlich hält das anschließend auch wieder. Weiter zerlegen kann man das Gestell aber nur mit der Trennscheibe. Der Rest der Lehnenverstellung und der Riegel der Längsverstellung muß drin bleiben. Das wird schon gehen, schließlich ist es ja auch so lackiert worden. Klopf auf Holz!

Schließlich habe ich schon mal angefangen alle Blechteile (meistens Motorverblechung) zusammenzutragen, die noch so pulverbeschichtet werden sollen. Ich habe schlicht keine Lust, das alles mit der Hand zu schleifen und kaufe mich da raus. Der zweite Stapel ist für den Galvaniseur bestimmt. Haubenschloß, Kennzeichenhalter und diverse Halter, Clips, Schrauben, Muttern, Federn und, und, und. Das lasse ich alles neu verzinken und gelbchromatieren, das sieht immer gut aus. Ist schon jeweils ein großer Haufen und ich bin noch nicht durch damit. Das wird auch teuer. Und zum krönenden Abschluß habe ich in einer Kiste noch die nagelneue Dosierpumpe gefunden, die ich schon wie verrückt gesucht habe, wußte ich es doch! Ist aber Webasto. Ich lasse sie trotzdem mal probelaufen und messe, was sie so fördert. Vielleicht ist das was zum Hinlegen, für Notfalls.

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Tag 116 | 04.03.2018

Ich beginne den Tag damit, mal eben die Blechteile für den Pulverbeschichter zu sortieren. Und natürlich die Kleinteile für den Galvaniseur. Spoileralarm: Es hat mich den ganzen Vormittag beschäftigt. Erstens muß man die Teile ja erst einmal aus allen Himmelsrichtungen zusammentragen, zweitens sind auch schwerwiegende Entscheidungen zu treffen. Was soll den jetzt verzinkt und was gepulvert werden? Damit kann man sich schon mal ein paar Stunden auseinandersetzen. Und dann müssen ein paar Teile noch endgültig zerlegt werden, andere ein wenig instandgesetzt. Aber das waren echt nicht so viele wie ich dachte. Nur das Loch im hinteren Motorblech war nicht mehr rund, sondern eher vieleckig. Am Gebläsekasten ist einer der Kabelhalter ab und muß erneuert werden. Und ein Luftleitblech braucht einen kleinen Reparaturflicken. Das war es im Großen. Und ich habe mich überreden lassen, den Anlasser zu zerlegen, damit man ihn aufhübschen kann. Ich wollte ja nicht. Aber dem Argument, ich würde ja schließlich auch tadellos funktionierende Standheizungen zerlegen, nur weil mir die Farbe nicht passt, konnte ich dann doch nichts entgegensetzen verrücktsei! . Schön war, das kein Teil fehlt. Außer einem Idiotenblech, es ist nicht mehr auffindbar. Aber bei Preisen von 5 Euro das Stück (Verzinkt und gelb passiviert!) spare ich mir das Putzen und Beschichten, schmeiße ich das andere auch noch weg, und erneuere sie beide.

Außerdem habe ich mir die Radmuttern der falschen EMPI-Felgen mal angeguckt. Da ich ja nun doch noch so einiges galvanisieren lasse, können die wohl auch mal verchromt werden. Oder ist neukaufen billiger? Ich habe es bisher nicht rausfinden können. Ich kenne mich nicht mit diesen seltsamen amerikanischen Muttern aus, es hat sich aber rausgestellt daß es wohl, für die USA augenverdreh! , ganz gängige Dinger sind. „Mag lug nuts“ ist der Name. 13/16" Sechskant und alles andere auch im Zollmaß. Außer das Gewinde, das ist M12x1,5. Das sollte sich beschaffen lassen, muß ich halt doch mal im Ausland kaufen wenn alle Stricke reißen. Nachmittags ist nach dem köstlichen Mittagessen aus Gulasch dann die Luft sonntagsmäßig raus gewesen. Ich konnte mich gerade noch so zwingen, das Gehäuse des Anlassers mit dem Negerkeks zu putzen und Brunox Epoxy draufzusprühen. Dann war Feierabend.

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Tag 117 | 05.03.2018

Die Gehäuseteile vom Anlasser wurden heute entlackt. Dazu habe ich sie in einen großen Lackbecher mit Bremsflüssigkeit eingelegt. Nach ein paar Stunden war das hintere Gehäuse schon blank und konnte mit Brunox Epoxy eingesprüht werden. Vorne lasse ich noch mal über Nacht abbeizen, der Lack war recht dick und ist deshalb hartnäckiger. Außerdem habe ich das ausgerissene Luftleitblech repariert. Ich habe einfach eine neue Kante angefertigt, das Altteil abgesetzt und alles zusammengepunktet. Das muß mal reichen für ein Leitblech. Dem Lüfterkasten habe ich eine neue Kabelklemme spendiert, indem ich einfach einen Streifen 0,8 mm-Blech zugeschnitten und mit 2 Punkten angeschweißt habe. Man kam mit dem Punktschweißgerät gut dran, das war erfreulich. Und ich habe das Angebot für die Teile bekommen... Diesen Monat gibt es entweder noch Motorteile oder Fleisch, ich habe die Wahl heul!.

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Tag 118 | 06.03.2018

Ich hatte festgestellt, daß das Ansauggeweih ein kleines Problem hat: Die Vorwärmung ist vollkommen dicht. Also habe ich einen alten Kupplungszug durchgeknipst und das Ende in die Bohrmaschine gespannt. Alsdann habe ich versucht damit das Rohr freizuputzen. Das war allerdings nicht recht erfolgreich. Das Rohr ist sehr verstopft und durch die strömungsungünstige Form ist es auch nicht so leicht den Draht um die Kurven zu bekommen. An der Stelle, wo man von außen den angegossenen Kühlkörper sieht ist Schluß. Ich weiß jetzt nicht, ob da die Ablagerungen noch dichter werden, oder ob schlicht das Rohr ob der Kombination aus Stahlrohr und Aluguß so zugerostet ist, daß gar nichts mehr geht.

Ich hatte schon gedacht, ich säge das Saugrohr einfach in drei Teile, bohre das Mittelteil durch und schweiße alles wieder zusammen. Aber wie ich die Vorwärmung angesichts dessen, daß die Rohre sich dicht aneinanderschmiegen, wieder dicht bekommen soll weiß ich nicht nachdenk!. Alternativ kann man so etwas auch ausbrennen. Aber erstens habe ich das noch nicht gemacht und zweitens habe ich diese Methode immer nur bei Saugrohren gesehen, die zumindest noch Durchlass haben. Das ist hier nicht mehr der Fall, also bin ich mir unsicher was die Erfolgsaussichten angeht.

Dann habe ich mir das Unterteil des Scheibenrahmens vorgeknöpft. Das Oberteil ist noch in Ordnung - das sind sie meistens - aber das Unterteil ist verrostet. Nicht so heftig wie manch anderes, aber doch signifikant. Nachdem ich mal ein wenig mit der Drahtbürste drauf rumgerubbelt hatte, konnte ich den Schadensbereich aber schon auf das rechte Viertel eingrenzen. Momentan bin ich noch damit beschäftigt mir einen Plan zurechtzulegen. Wahrscheinlich versuche ich den Scheibenrahmen teilweise zu zerlegen und alles wegzuschneiden was unrettbar ist. Der Rest wird angefertigt und dann sollte das gehen. Wenn der Plan fehlschlägt muß ich mir wohl oder übel für teuer Geld einen Ersatz kaufen. Aber bei den momentanen Preisen für Scheibenrahmenunterteile - man muß sich ja nicht nur mit den anderen Kübelfahrern darum balgen, sondern auch noch mit der Iltisfraktion - lohnt sich der Versuch ihn zu reparieren allemal.

Außerdem habe ich das Innenleben der Standheizung in das Gehäuse gesteckt, um rauszufinden, ob die Einnietmutter mit den Technikkomponenten kollidiert. Es passt, Schwein gehabt! Und dann habe ich noch den Anlasser grundiert und lackiert, vielleicht wird er morgen schon zusammengebaut.

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Tag 119 | 07.03.2018

Kleinvieh macht auch Mist. Heute habe ich nur ein neues 25mm² Kabel von der Batterie zum Anlasser angefertigt. Feierabend!

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Tag 120 | 08.03.2018

Wieder nur eine Kleinigkeit: Der Anlasser ist fertig zusammengebaut. Probelauf war auch erfolgreich. Und ich habe noch einen neuen Pluskabelstrang aus 35 mm²-Kabel gebaut. 10 quadrat mehr als Serie, da kann der Strom schneller rennen breitgrins!.

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Standheizung

Tag 113: So, alles was orange ist, soll grau werden.

Standheizung, Gehäuse aufgeschraubt

Tag 113: Hoffentlich geht das gut...

zerlegte Standheizung

Tag 115: Das Gehäuse wird lackiert oder pulverbeschichtet. Die Brennkammer sieht aus wie neu, kein Grund für diese Austauschhysterie vom TÜV...

Schraubnagel in der Sitzlehnenverstellung

Tag 115: Das kam unerwartet. Ich hätte im Leben keinen Nagel erwartet. Willkommen in der Welt der Großserie.

Teilehaufen für den Pulverbeschichter

Tag 115: Das ist längst nicht alles für den Pulverbeschichter. Das wird ein teurer Monat...

verstopfte Saugrohrvorwärmung

Tag 118: Kein Durchkommen. Ich muß es wohl oder übel mit Ausbrennen probieren. Oder neu.

Teilehaufen für den Pulverbeschichter

Tag 118: Das Scheibenrahmenunterteil hat Teilersatz nötig.

Frisch aufgehübschter Anlasser

Tag 120: Anlasser fertig lackiert und montiert. Na gut, es sieht schon fein aus. Und der neue Neue, dicke Kabelstrang.

Wischerintervallrelais SWF

Neues Fundstück: „Wischen mit Pausen“. Damit bewarb SWF einst das Intervallrelais. Wer mich kennt, weiß wie sehr ich auf Werbesprüche dieser Art stehe. Ich weiß nur noch nicht ob der Kübel oder der Käfer Empfänger dieser NOS-Perle wird...

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