Der Kübelwagen

Gekauft habe ich den Kübel 1997, an einem schönen Donnerstag. Diese rührselige Geschichte habe ich ja schon im Tagebuch erzählt. Hier stehen nur die harten Fakten.

  • VW 181
  • Typ 18-63
  • Gebaut: 08.12.1969
  • Ausgeliefert an die Bundeswehr: 17.12.1969
  • Erstzulassung am 12.2.1970, Y-495 215
  • Motor: "H", 1500 ccm, 44 PS
  • Vorbesitzer: 4

Der Kübel war bis etwa 1989/90 beim Bund. Die erste zivile Zulassung datiert auf Juni 1990. Anhand der freigelegten taktischen Zeichen kann man rekonstruieren, daß er beim Bund wohl drei Mal die Einheit gewechselt hat. Zuerst Jäger, dann Jäger (TerrH), dann Fernmelder. Auf dem Werkslack waren rote Kreuze auflackiert.

Zivil hatte er vor mir vier Eigentümer. Einen von '90 bis '94 und dann im Jahrestakt einen Neuen. Das ist ihm nicht gut bekommen. Erstens wurde er gnadenlos zivilisiert*, zweitens schrecklich umlackiert und drittens zur Krönung geklaut und auf der Spaßfahrt in einen Graben gesetzt. Die Spuren trägt er heute noch. Hoffentlich sind die Dödel an den Spätfolgen abgekratzt.

*Gesamte Bundeswehrausstattung (Gewehrhalter, Unterfahrschutz, Astabweiser...) entfernt. Ich meine, sie hatten sogar die Halter für die Tarnscheinwerfer aus der Stoßstange geflext... Griffe, Radkappen, Blinkerkappen und Scheinwerferringe verchromt, Funkentstörung und Standheizung rausgerissen, Käferauspuff.

Wie die Experten anhand des Baujahres bemerkt haben, handelt es sich um einen Pendelachser (bis FIN 183 2346 524). Lustige Tatsache: Durch das Vorgelege hebt der Pendelachs-Kübel beim Beschleunigen das Heck an. Wenn man bei getretener Bremse die Kupplung kommen lässt, wackelt dadurch der Hintern, das kommt an der Ampel immer gut an. Das erste Baujahr unterscheidet sich noch in einigen Kleinigkeiten von der späteren Serie (1500er Motor, Vorgelege anders übersetzt usw.) Das macht die Ersatzteilsuche nicht gerade einfacher, aber einfach kann ja jeder. Der VW 181 wurde mit allerlei Bauteilen aus dem VW Programm gebaut. Man muß ja nicht konstruieren, was man auch einfach aus dem Regal ziehen kann.

Mikrofiche

Auszug aus dem VW-Mikrofiche. In der Bestandsliste ist der (3 Fahrgestellnummern) vor meinem liegende Kübel am 8.12.69 gebaut, das Datum ist durch vorliegende Unterlagen sicher.

Also ist es sogar ein richtig Alter, das war zwar keine Absicht beim Kauf, aber heute freue ich mich natürlich drüber. In der Bestandsliste vom Kübel-Klub(ext) langt es trotzdem leider nur für Platz 177 189 (Es tauchen immer mehr alte Baujahre auf).

Nachdem ich so langsam vergegenwärtigt hatte was ich da für ein frühes Modell habe, bekam der Plan den Kübel wieder mit Flecktarnlackierung zu versehen natürlich prompt Risse. Erst wollte ich den Wagen ja innen im Originalfarbton lackieren und außen wieder Flecktarn. Ich dachte mir, dann kann man ihn relativ schnell und einfach umlackieren, falls die Kobolde in meinem Kopf irgendwann mal die Überhand gewinnen und eine Originallackierung einfordern. Aber sie haben schon gewonnen, bevor der Kübel dran war mit lackieren. RAL 6014 hat das Rennen gemacht.

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Damit fing alles an. Der klassische Kaufvertrag auf dem DIN A5-Schmierzettel .

Das ist ja schon bekannt: Kurz nach dem Kauf.

Dann einen Kübel geschlachtet, nach dem sich heutzutage mancher die Finger lecken würde...

Mehr brauchte ich aber nicht.

Und das war der Lohn der Arbeit. Ich weine heute noch. Dämlicher Lastwagenfahrer.

Der Unfall hat aber vieles von diesem Bild bezahlt. Das Dach, die Astabweiser, den Lack, und teilweise sogar noch die Felgen.

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